Vereinsgründung im Jahr 1570 !

Wir sind der am längsten, ununterbrochen bestehende Verein in Bensheim!

Heute sind wir Mitglied im Hessischen Schützenverband und im Deutschen SchützenBund e.V. mit ca. 190 Mitgliedern.

25 m StandKurzchronik zur Vereinsgeschichte:

Seit 1570 kann eine Schützentradition nachgewiesen werden. So kann die Privilegierte Schützengesellschaft Auerbach auf eine über 440-jährige Geschichte zurückblicken. Damals wurde das Privileg erteilt, sich an den Feuerwaffen zu üben, um im Bedarfsfalle Familie, Ort und Vaterland vor Angreifern zu schützen. Daher auch der Name "Privilegierte Schützengesellschaft".


Im Laufe der Jahrhunderte und im Wandel der Zeiten hat sich der Verteidigungsauftrag der Schützen erübrigt, und das Schießen ist zu einem beliebten und stark verbreiteten Freizeitsport geworden. So gibt es auch diverse olympische Disziplinen und die Deutschen gehören bei internationalen Wettbewerben regelmäßig zur Weltspitze. Einige Auerbacher Bürger können sich noch daran erinnern, dass die Auerbacher Schützen am Anfang der 20-er Jahre ihren Sport auf dem Schießstand am Höllberg " ausübten. Etwa fünf Jahre später wurde der Schießbetrieb dann in die gegenüberliegende "Goldkaut" verlegt. In den Jahren 1934-1945 entstand für die Schützen ein neues Domizil auf der "Schönberger Höhe". Gegen Ende des Krieges und in der darauffolgenden Besatzungszeit ruhte der Schießbetrieb.

 

 PSG Neuanfang 1958Der Verein wurde trotzdem nicht aufgelöst, da sich traditionsbewusste Auerbacher Bürger nicht scheuten, für den Verein ihren Namen regelmäßig beim Vereinsregister eintragen zu lassen. Im Jahre 1958 kam es zu einer Wiederbelebung des aktiven Vereins durch einige Altschützen und am Schießsport begeisterte Bürger. Erstmalig wurde wieder mit dem Luftgewehr in der Scheune der „Winzerstube" in der Bachgasse geschossen. Danach entstand ein wettkampfmäßiger Schießstand im Gastraum von " Wiemers Waldmühle” im Hochstädter Tal.


Durch Besitzerwechsel im Jahre 1962 war eine Standverlegung in den alten Brauereikeller, Darmstädter Str. 183, notwendig geworden. Da die Kellerräume keine angenehme Umgebung boten, erfolgte wenig später wieder ein Umzug in eine leere Scheune des Anwesens Friedrich Krauß in der Weidegasse. Um der wachsenden Mitgliederzahl gerecht zu werden und um alle gängigen Disziplinen des Sportschießens ausüben zu können, wurde eine entsprechend großzügige Schießstätte auf dem ursprünglichen Gelände der "Schönberger Höhe" neu geplant und in langjähriger Bauzeit ausschließlich durch Eigenhilfe errichtet. Die Schießstätte verfügt seitdem über die heutigen Stände und Schießbahnen.

Von Auerbacher Schützen wird an allen im Schützenkreis Bergstraße ausgeübten Wettkampfdisziplinen des Deutschen Schützenbundes regelmäßig teilgenommen. Bei den Kreis-, Gau- und Landesmeisterschaften sind die Schützen immer mit Erfolg beteiligt.

Heute:

Bei uns können Druckluftwaffen, Klein- und Großkaliber sowie Vorderlader - jeweils als Lang oder Kurzwaffen - gemäß der Regeln des DSB für Übungen eingesetzt werden.

Übersicht über die im Hessischen Schützenverband unterstützten Disziplinen.

Unsere Disziplinen:

Gewehre
: Luftgewehr & Kleinkalibergewehr (beides olympisch), Großkalibergewehr, VorderladerLG 10m
Pistolen:
Luftpistole, "Freie" Pistole (50m), Sportpistole Klein- und Großkaliber (25m), Olympische Schnellfeuerpistole, Gebrauchspistole (9mm, .45 ACP)
Revolver: 
Gebrauchsrevolver (.357 Magnum und .44 Magnum)
Vorderlader:
Lang- und Kurzwaffen, Einzel- und Mehrlader

Gastschützen sind uns willkommen! 

Kommen Sie uns besuchen und melden Sie sich bitte beim Schießleiter.


Anzahl der Stände:


2 Stände zu 100 m und 6 Stände zu 50 m jew. mit el. Scheibentranport, 8 Stände zu 10 m für Druckluftwaffen mit el. Scheibentranport, 10 Stände zu 25 m für Klein- und Großkaliber- Kurzwaffen

 

Zeitzeugnisse:

 

Interessantes um das Jahr 1570 herum:

Das Schießwesen war damals eine Angelegenheit der gesamten Bürgerschaft und unterstand in allen Pflichten den Ratsherren, um die Stadt vor feindlichen Angriffen zu schützen. Neben der bürgerlichen Schützengesellschaft gab es oft Zwangsschützen, die von der Stadt, den Zünften und Gewerben gestellt werden mussten.

Privilegierte Schützengesellschaften gibt es viele in Deutschland, sogar mit deutlich früherem Gründungsjahr. Zwei Beispiele: die Privilegierte Schützengesellschaft Darmstadt 1538 e.V. oder der PSG Goslar aus 1220.

 

Privilegien? Damals oft in Verbindung mit den Erfolgen bei Schießwettbewerben. So wurden z.B. Schützenmeister von Personal- oder Grundsteuer befreit, bekamen Vogtsbriefe (Schuldverschreibungen) oder es wurde die Vermögenssteuer erlassen.

 

Zahlungsmittel: 1560 bis 1590 waren die besten Jahre nach Einführung einer Reichsmünzordnung. Bei Erlaß hatte die Silberproduktion gerade ihren Höhepunkt erreicht um gleich darauf zurück zu gehen. Paralel nahm die Nachfrage nach Zahlmitteln zu. So stieg der Preis des Silbers über den Münzpreis hinaus. Die feine Mark kostete 1592 bereits 12 Gulden, während aus ihr nur 10 Gulden & 13½ Kreuzer geprägt werden durften.

Da deshalb Groschen, Halbbatzen, Dreikreuzer und ähnliche Sorten in zu geringer Menge geprägt wurden, entstand ein immer größerer Mangel an Kleingeld. Dies haben die kleine Stände genutzt und Taler oder Guldiner unter starkem Kupferzusatz in Kleingeld umgemünzt. Der Wert  des Kleingeldes fiel die kommenden Jahre um die Hälfte und mehr. Ihm gegenüber stieg der Taler von 68 Kreuzern im Jahr 1570 auf 72 und schon 1575 auf 84 Kreuzer. Die Inflation war geboren!

Musik aus der Gründungszeit findet man im Internet (Hörproben) von z.B. von Pierre Phalése oder Johann Walter.

Besondere Ereignisse in 1570:

Die Allerheiligenflut von Flandern über Groningen bis Nord-West-Deutschland fordert bis zu 20.000 Menschenleben. Infolge des Orkans an der Nordseeküste brechen von Holland bis Jütland die Deiche. Bis zu 41.000 Küstenbewohner sollen ums Leben gekommen sein.

 

Ein Erdbeben in Chile zerstört die Stadt Concepción.

 

Die Truppen Iwan des Schrecklichen plünderten und zerstörten Nowgorods (Russland).

 

In Linlithgow (Schottland) verübt der Adelige James Hamilton of Bothwellhaugh das weltweit erste Attentat mit einer Feuerwaffe auf den vorbeireitenden schottischen Regenten James Stewart, 1. Earl of Moray, ein Attentat mit einem Karabiner. Der Regent wird so schwer verletzt, dass er stirbt. Der schottische Bürgerkrieg erhält durch den Vorfall neuen Auftrieb.

 

Mit Regnans in Excelsis exkommuniziert Papst Pius V. Englands Königin Elisabeth I.

    http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/8/83/Pius_V_and_Elizabeth_I.jpg/220px-Pius_V_and_Elizabeth_I.jpg Pius V. und Elisabeth I.

 

Friedensvertrag von Saint-Germain (F): Die Hugenotten erhalten vom französischen König Karl IX. vier befestigte Städte, in denen sie ihre Religion ungehindert ausüben können.

 

Quellenangabe: Wikipedia, PSG - Vereinsnotizen, frei zugängliches historisches Material und Internetrecherchen zum Jahr 1570. Mit bestem Wissen aber ohne Gewähr! Überarbeitet am 16.Feb.2015 und 26.Juni 2015